Karl Plank und Andreas Betz – Passion – FRITSCH Blog

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Karl Plank und Andreas Betz

Dreamteam für den perfekten Teig

Andreas Betz, der heute als Technologe bei FRITSCH arbeitet, mochte es eigentlich überhaupt nicht, wenn er bei der Arbeit schmutzig wird. Doch in den beiden Ferienwochen an Ostern 2005 kommt er jeden Tag mit mehl-, öl- und teigverschmierter Kleidung nach Hause. Zu verdanken hat er das seiner Mutter – ihre Idee ist es, dass der 16-Jährige ein Praktikum als Bäcker bei der Bäckerei Plank GmbH macht. Während das Reinigen der Bleche lästige Pflicht ist, begeistert sich Andreas auf Anhieb für die vielen Bäckereimaschinen, die bei Plank zum Einsatz kommen. Er darf an den Maschinen mithelfen und erhält Einblick in den spannenden Handwerksberuf. Er lernt schnell, dass Mehl zwar immer noch die wichtigste Zutat ist, aber dass man als Bäcker mit den Maschinen von FRITSCH und dem richtigen Gefühl für den Teig die vielfältigsten Brote und Backwaren damit zaubern kann. Dem Praktikum folgt nach Abschluss der Schule noch im selben Jahr ein Ausbildungsvertrag zum Bäcker in der Bäckerei Plank. “Nicht jeder in meinem näheren Umfeld konnte das verstehen. Einige sagten, ich solle doch etwas „Gescheites“ machen“, sagt Andreas. Das macht er dann auch: als Bäcker – mit tatkräftiger Unterstützung von Karl und Hermann Plank.

Karl Plank kaufte 1976 seine erste ROLLFIX, vier Jahre später wurde die ROLLFIX K801 angeschafft.

Karl Plank war selbst als 16-Jähriger in die väterlichen Fußstapfen getreten und hatte eine Bäckerlehre im Familienbetrieb absolviert: einer Mühle mit Bäckerei. Dabei setzte er schon als Lehrling den Kauf einer gebrauchten ROLLFIX von FRITSCH durch und legte damit den Grundstein für das spätere Wachstum des Betriebes. Mit dem weiteren Ausbau kamen zusätzliche Bäckereimaschinen hinzu. So lernte Andreas bei seinem Praktikum und der anschließenden Lehre in der inzwischen mittelständischen Bäckerei Plank die ganze Bandbreite der Technologie von FRITSCH kennen und schätzen. Vor allem aber bekam er von Karl das Wichtigste vermittelt, was jeder Bäcker und Bäckereimaschinenhersteller mitbringen muss: die Leidenschaft für Teig. Karl sah schon bald das Potenzial des jungen Mannes und förderte ihn nach Kräften. Auch als sich Andreas entschied, nach der Lehre und zwei Jahren Arbeit bei Plank das Abitur nachzuholen und Lebensmittelmanagement an der Fachhochschule Weihenstephan/Triesdorf zu studieren, riss der Kontakt nicht ab. Und als Andreas einen Praktikumsplatz benötigte, gab Karl ihm den entscheidenden Hinweis: FRITSCH. Es wurde zum perfekten Karrieretipp für Andreas.

Vom Müllerbetrieb zur ersten Teigausrollmaschine

Doch zurück ins beschauliche Berching und die frühen 1950er-Jahre: Hans Plank, Müllermeister, und seine Frau Maria betreiben den Müllerbetrieb „Kreuzmühle“ und bewirtschaften nebenbei eine Landwirtschaft. 1953 entwickelt sich aus der Mühle eine sogenannte Lohnbäckerei. Es ist die Zeit des Mühlensterbens, denn vom Betrieb einer Mühle kann man schon bald nicht mehr allein leben, da die neuen industriellen Mühlen schneller und günstiger produzieren. „Da konnte man die Mühle nur retten, in dem man das Mehl veredelt. Die Bauern haben das Getreide gebracht, das wurde bei uns gemahlen, zu Brot gebacken und wieder auf die Dörfer hinausgefahren“, beschreibt Karl die damalige Entwicklung. „Wir waren im kleinen Ort Berching die sechste Bäckerei“, sagt Karl, der 1975 eine Lehre im elterlichen Betrieb beginnt.

Bis heute wird die ROLLFIX K801 zum Ausrollen verwendet.

Im Frühsommer 1976, noch in seinem ersten Lehrjahr, hört Karl von einem Vertreter von FRITSCH, der gebrauchte Maschinen verkauft. „Da bin ich mit meinem Bruder hingefahren, habe die Maschinen angeschaut und es hat gepasst“, beschreibt er seine erste Begegnung mit einer Teigausrollmaschine. Sein Vater nahm die Idee zunächst nicht ernst, doch wenige Tage später musste die Backstube ausgeräumt werden, um Platz für eine ROLLFIX mit Langwirker, Rundwirker und Brezelbrett zu schaffen. „Ich hatte keine Ahnung davon, denn ich war ja erst im ersten Lehrjahr. Die Maschine wurde uns erklärt und dann habe ich das Brezelschlingen gelernt“, berichtet Karl von den Anfängen. Doch die Bedienung der Maschine ist zum Glück sehr intuitiv. Nach seiner Lehre zum Bäcker lässt sich Karl zum Konditor ausbilden, später legt er in beiden Berufen die Meisterprüfung ab. 1980 stirbt sein Vater unerwartet, doch die Familie beschließt, weiterzumachen. Zusammen konzentrieren sie sich fortan auf die Entwicklung und Expansion der Bäckerei. Die Mühle wird stillgelegt, aber einen Teil des Getreides für ihre Brote bauen die Planks noch heute selbst an. Maria eröffnet 1983 das erste Café Plank in Berching – in einem Fachwerkhaus neben dem mittleren Tor, dem Wahrzeichen des beschaulichen Ortes.

Gemeinsame Leidenschaft für den Teig – und die Maschinen von FRITSCH

In den folgenden Jahren kommen weitere Filialen hinzu. 1997 siedelt die Bäckerei, die mittlerweile aus allen Nähten platzt, von Berching in das wenige Kilometer weiter nördlich gelegene Mühlhausen um. Der Neubau im Gewerbegebiet Süd bietet Platz für weitere Bäckereimaschinen von FRITSCH, darunter die erste automatische ROLLFIX, eine EUROLINE und einen CTR. „Die EUROLINE hat sich wirklich bezahlt gemacht“, schwärmt Karl noch heute. 2004 kam dann ein Brezelschlinger hinzu. „Am Anfang hielten uns alle für verrückt, da wir im ersten Jahr nur 750.000 Brezeln gemacht haben. Nach zwölf Jahren waren es schon 23,5 Millionen Brezeln und natürlich noch viele andere Produkte wie Kornspitz, Laugenstangen und Käsestangen, die auf der Maschine produziert wurden“, beschreibt Karl die rasante Entwicklung der Produktion. Das Unternehmen wuchs nicht minder eindrucksvoll. „Diesen Monat kommt die 32. Filiale“, sagt Karl nicht ohne Stolz in der Stimme.

Karl Plank ist sichtlich stolz auf seinen Brezelschlinger dem FRITSCH MULTITWIST.

Nur ein Jahr nach dem Kauf des Brezelschlingers beginnt Andreas sein Praktikum und seine Lehre bei der Bäckerei Plank. Der merkt rasch, dass der junge Mann, der seine Lehrzeit aufgrund sehr guter Noten von drei auf zwei Jahre verkürzen darf, etwas drauf hat. Und er lässt ihn auch an den Maschinen gewähren. Doch Karl vermittelt ihm auch, dass Bäcker zu sein trotz aller Technik immer noch ein Handwerksberuf ist – oder vielmehr eine Berufung. „Du brauchst ein Gefühl für den Teig, damit Du weißt, was bei seiner Herstellung los ist“, gibt ihm Karl mit auf dem Weg. Und Andreas ergänzt: „Wenn ein neues Mehl aus dem Silo kommt, dann ist der Computer ja ganz schön, aber man muss den Teig immer anfassen und ein Gefühl dafür bekommen, wann noch etwas Wasser hinzugefügt werden muss. Karl und ich haben sehr viel Zeit miteinander verbracht“, erzählt er von seiner Lehrzeit. „Dass ich schon wusste, wie eine EUROLINE oder eine CTR funktioniert, hat mir später bei FRITSCH einen großen Vorteil verschafft“, sagt Andreas.

Ein bemerkenswerter Werdegang

Nach seiner Lehre arbeitet Andreas zunächst zwei Jahre bei der Bäckerei Plank. Er setzt sich mit vollem Engagement für die Bäckerei Plank ein. Obwohl Karl ihm empfiehlt, die Meisterprüfung zu machen, entschließt sich Andreas, das Abitur nachzuholen und an der Fachhochschule in Weihenstephan/Triesdorf Lebensmittelmanagement zu studieren. Als er Karl im fünften Semester anruft, weil er sich aus zwei Möglichkeiten für einen Praktikumsplatz entscheiden muss, gibt er ihm den entscheidenden Tipp: FRITSCH. So kommt Andreas 2013 erstmals zu FRITSCH. „Das Praktikum war mit einer Facharbeit verbunden. Die ging über das mikrobiologische Monitoring einer FRITSCH Anlage, also in Bezug auf Reinigungsintervalle und wo Schwachstellen sind“, erläutert Andreas die Aufgabenstellung. Im Jahr darauf schreibt er seine Bachelorarbeit – ebenfalls in Zusammenarbeit mit FRITSCH. Ihn beeindruckten vor allem die Größe und Technik des Unternehmens. Aber er hinterlässt auch selbst einen guten Eindruck – eben weil er sich schon mit den Maschinen auskennt, auf denen er bei Plank gearbeitet hat. „Und weil er ein Gefühl für den Teig hat“, ergänzt Karl. 

Karl Plank zu Besuch im FRITSCH Technologie Center.

Bereits zum Abschluss seiner Bachelorarbeit hat er einen Vertrag bei FRITSCH in der Tasche, im Februar 2015 fängt er als Technologe an. Seine wichtigste Arbeit ist die Inbetriebnahme von Bäckereimaschinen von FRITSCH in aller Welt. Das bedeutet, dass er von 220 Arbeitstagen maximal 50 Prozent seiner Arbeitszeit, auf Achse ist: Vor allem in Skandinavien, aber auch in Osteuropa, Russland, dem Mittleren Osten und asiatischen Ländern wie China und Thailand. „Osteuropa ist für mich sehr interessant, weil die Leute dort Ratschläge und Neues aufnehmen. Die haben zum Teil noch alte Bücher mit dem damaligen Bäckerwissen. Da hat sich natürlich vieles verändert und mit unseren Maschinen erst recht“, sagt Andreas. Dabei ist ihm aufgefallen, wie sehr deutsche Ingenieurskunst und die Zuverlässigkeit der Anlagen überall im Ausland geschätzt werden. Auch an seinen ersten Übergabebericht einer Anlage im winterlichen Russland erinnert er sich noch gut. „Es hatte minus 38 Grad und der Kunde hat die Fenster ausgetauscht. Da war es richtig schön kalt in der Bäckerei. Die Produktion konnte dann erst mit Verspätung aufgenommen werden, weil auch die Gasleitung noch nicht dicht war“, schildert er die eisigen Umstände.

Der Umgang mit solchen Situationen, vor allem aber mit den vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen, die er seitdem getroffen hat, haben ihn positiv verändert. „Wenn man mal im Ausland ist und sieht, wie es dort politisch aussieht oder was die Gastarbeiter aus Indien, Pakistan und den Philippinen auf sich nehmen, um mit Jobs im Mittleren Osten ihre Familien zu ernähren, dann lernt man erst zu schätzen, dass wir in einem der sichersten und reichsten Länder der Welt leben“, sagt Andreas. In fachlichen Dingen tauscht er sich immer noch gerne mit Karl aus – vor allem wenn es um Teig geht. „Die Lösung für die Anlagen finden wir draußen bei den Kunden schon immer, aber im Nachgang von Inbetriebnahmen telefonieren wir manchmal miteinander. Dann besprechen wir, woran es zum Beispiel gelegen hat, wenn das Mehl des Kunden schwierig zu verarbeiten war und welche Zusätze den Teig verbessern“, berichtet Andreas über sein heutiges Verhältnis mit seinem ehemaligen Lehrmeister und Mentor und die gemeinsame Leidenschaft für Teig.

Gemeinsame Entwicklung – geschäftlich und menschlich

Wie die Bäckerei Plank wachsen überall in der Welt Betriebe gemeinsam mit FRITSCH. Grundsätzlich fürchten die Mitarbeiter erst einmal, durch die Maschinen wegrationalisiert zu werden. „Aber im Grunde passiert das Gegenteil, denn die Qualität der Produkte verbessert sich und das Geschäft wächst, sodass man eher noch mehr Personal einstellen muss“, erläutert Andreas. Und Karl kann das aus eigener Erfahrung bestätigen: „Das war bei uns damals auch so, als der Brezelschlinger gekommen ist. Da haben die Damen, die die Brezeln davor geschlungen haben, zunächst gedacht, jetzt werden sie durch eine Maschine ersetzt. Aber statt Kündigungen wurden einfach mehr Brezeln produziert und dann klagten sie, dass sie so viel arbeiten müssen“, erzählt Karl, der sich 2013 aus dem aktiven Geschäft zurückzog. Dennoch schaut er heute noch öfter im Betrieb vorbei. Die Leidenschaft für Teig lässt ihn nicht los.

Fröhliche Gesichter nach erfolgreichen Tests im FRITSCH Technologie Center.

Seit fast vier Jahren ist Andreas nun bei FRITSCH und ist in dieser Zeit viel in der Welt herum gekommen. Schon jetzt, sagt er, könne er ein Buch mit lustigen Memoiren über seine Erlebnisse bei und mit den Kunden füllen. „Hier schreibt das Leben jeden Tag eine neue Geschichte, kein Tag ist wie der andere“, schwärmt er von seinem Beruf. An den Kollegen schätzt er den Teamgeist und den Umgang mit Fehlern, denn bei allem Gefühl für den Teig, geht auch mal etwas schief. „Dann wird einfach noch einmal ein Teig gemacht und noch einmal ausprobiert, bis es klappt“, sagt Andreas. „Was mich von Anfang an bei FRITSCH beeindruckt hat – ist der Umstand, dass ich hier nicht eine Nummer bin, sondern dass der Inhaber des Unternehmens persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern pflegt. Ich komme ja aus einem guten Familienbetrieb und deshalb könnte ich nicht bei einem großen Konzern die Nummer X sein“, lobt Andreas die besondere Arbeitsatmosphäre bei FRITSCH. Und schmutzig wird er bei seiner Arbeit heute – trotz des beständigen Umgangs mit der ROLLFIX und anderen Bäckereimaschinen – nur noch ganz selten. Und wenn er es tut, ist es für Andreas mit Spaß verbunden.


 

Wissenswertes

Die Bäckerei Plank ist mit seinen rund 400 Mitarbeitern und über 30 Filialen kein herkömmlicher Handwerksbetrieb mehr. Der Weg von der einstigen Handwerksbäckerei zur modernen High-Tech-Bäckerei erfordert Mut, Leidenschaft und vertrauensvolle Partnerschaft. FRITSCH bietet für Bäcker jeder Größenordnung die passenden Anlagen und kann dadurch Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Visionen unterstützen. Trotz aller Automatisierung steht die Bäckerei Plank weiterhin zu ihrer handwerklichen Tradition: Natürliche Zutaten, der Verzicht auf Backmischungen und Tiefkühlteiglinge sowie die Faszination für die Kunst des Backens machen den geschmacklichen Unterschied aus. FRITSCH hat schon vor vielen Jahren erkannt, dass zum richtigen Geschmack auch Leidenschaft gehört und bringt deshalb seinen Maschinen das Handwerk bei. 

 

REZEPT

Hier finden Sie das Rezept als PDF. Viel Spaß beim Backen!

PDF zum Downloaden

 


 

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